AFROSAI-E gewinnt Kimi-Makwetu-Preis für hervorragende Leistungen im Bereich Sachkompetenzausbau
Autorin: Jessica Du, Herausgeberin und Vizepräsidentin der Internationalen Zeitschrift für Staatliche Finanzkontrolle
Im Rahmen des XXV. INCOSAI im ägyptischen Scharm asch-Schaich verlieh die Internationale Organisation der Obersten Rechnungskontrollbehörden (INTOSAI) den Kimi-Makwetu-Preis an die AFROSAI-E. Der Kimi-Makwetu-Preis der INTOSAI rückt die besten Initiativen zum Ausbau von Sachkompetenzen in der INTOSAI-Gemeinschaft ins Rampenlicht und ehrt Institutionen weltweit für ihren herausragenden Einsatz für die Stärkung der Kompetenzen, Systeme sowie der Nachhaltigkeit von Obersten Rechnungskontrollbehörden (ORKB).
Die Leiterin der ORKB Südafrika und Vorsitzende des Komitees für den Ausbau von Sachkompetenzen, Tsakani Maluleke, und der Leiter der ORKB Saudi-Arabien und Vorsitzende des Komitees für Politik, Finanzen und Verwaltung, Dr. Hussam Alangari, überreichten den Preis an Meisie Nkau, CEO der AFROSAI-E, und Nancy Gathungu, Vorsitzende der AFROSAI-E und Leiterin der ORKB Kenia, die den Preis im Namen der AFROSAI-E entgegennahmen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 widmet sich die AFROSAI-E der Unterstützung englischsprachiger ORKB in Afrika. Ihre Aufgabe besteht darin, die institutionellen Sachkompetenzen von ORKB zu stärken, damit diese ihre Prüfungsaufträge wirksam erfüllen und damit das Leben der Bürgerinnen und Bürger spürbar verbessern können.
Durch die Zurverfügungstellung von direkt anwendbarem Material zu Prüfungsmethoden sowie Prüfungshandbüchern und die Entwicklung einer Reihe von Hilfsmitteln spielte die AFROSAI-E eine zentrale Rolle beim Ausbau der Sachkompetenzen ihrer Mitglieder. Diese Initiativen versetzten ORKB in die Lage, hochwertige, standardisierte Prüfungsprodukte in Übereinstimmung mit internationalen Normen hervorzubringen. Darüber hinaus führte die AFROSAI-E zahlreiche umfassende Programme zum Ausbau von Sachkompetenzen durch, darunter Fachworkshops, Zertifizierungskurse und E-Learning-Initiativen. Diese Bemühungen verbesserten die fachlichen Kenntnisse und Kompetenzen des Prüfungspersonals erheblich. Mit ihrem Lernmanagementsystem (AFROSAI-E-Lernplattform) verlieh die AFROSAI-E mehr Prüferinnen und Prüfern die Möglichkeit, ihre Kenntnisse auszubauen, und trug so zur Verbesserung des fachlichen Könnens und der Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieds-ORKB bei. Dadurch ist das Prüfungspersonal nun besser gerüstet, gründliche Wirtschaftlichkeitsprüfungen, Prüfungen der Rechnungsführung sowie der Recht- und Ordnungsmäßigkeit und IT-Prüfungen durchzuführen, was zu mehr Rechenschaftspflicht und Transparenz im öffentlichen Sektor beiträgt.
Zusätzlich zur Stärkung der fachlichen Prüfungsfertigkeiten unterstützte die AFROSAI-E auch den Ausbau der organisatorischen Kompetenzen unter ihren Mitglieds-ORKB. Durch maßgeschneiderte Beratungsleistungen trug die AFROSAI-E zur Verbesserung strategischer Planungsinitiativen bei. Dadurch wurde ORKB ermöglicht, ihre institutionellen Rahmenwerke zu modernisieren, Governance zu verbessern, bewährte Verfahren im Bereich Ressourcenverwaltung einzuführen und starke Managementkompetenzen aufzubauen. All das bei gleichzeitig zeitnaher Bereitstellung wirkungsvoller Prüfungsergebnisse. Das strategische Entwicklungsprogramm für Führungskräfte der AFROSAI-E trug dazu bei, die Führungs- sowie Managementkompetenzen der Mitglieds-ORKB zu verbessern und ihr organisatorisches Denken zu verändern, hin zu umfassenderen, werteorientierten Herangehensweisen an die staatliche Rechenschaftspflicht.
Auch im Bereich der strategischen Planung spielte die AFROSAI-E eine wichtige unterstützende Rolle für ihre Mitglieds-ORKB. Mithilfe ihres Toolkits für strategische Planung leistete die AFROSAI-E praktische Unterstützung, damit ORKB ihre Strategien überarbeiten, Rückmeldungen von Stakeholdern einbeziehen und Strategien an nationale Reformen im Bereich der öffentlichen Finanzverwaltung anpassen können. Darüber hinaus stärkte die Organisation die Kommunikation und Stakeholdereinbindung ihrer Mitglieds-ORKB, wodurch deren Glaubwürdigkeit, öffentliches Vertrauen sowie Sichtbarkeit gesteigert wurde.
Angesichts sich verändernder Herausforderungen setzte sich die AFROSAI-E für den Ausbau von Anpassungskompetenzen ein, indem sie Innovationen, die digitale Transformation sowie die Reaktionsfähigkeit auf neue aufkommende Risiken förderte– zum Beispiel in den Bereichen Klimawandel, Rohstoffindustrie, Korruptionsbekämpfung und Governance-Reformen. Dieser proaktive Ansatz half ORKB, angesichts externer Druckfaktoren relevant zu bleiben und sich innerhalb ihrer nationalen Rechenschaftssysteme als vertrauenswürdige Akteurinnen des Wandels zu positionieren. Die AFROSAI-E überwacht Bedrohungen für die Unabhängigkeit von ORKB aktiv und bietet Rechtsberatung sowie Verteidigungs-Toolkits an.
Die AFROSAI-E engagiert sich weiterhin intensiv in Partnerschaften mit regionalen und globalen Institutionen sowie Entwicklungspartnerorganisationen, um nachhaltige Unterstützung für ihre Mitglieder zu sichern. Diese Kooperationen ermöglichen nicht nur die Weitergabe von Fachwissen, sondern auch den kontinuierlichen Zugang zu Finanzierung und Expertise. Mit all diesen Maßnahmen stärkt die AFROSAI-E weiter ihre Rolle als wichtiger Motor für Transparenz, Rechenschaftspflicht und gute Regierungsführung in der afrikanischen Gemeinschaft der staatlichen Finanzkontrolle.
Meisie Nkau, CEO der AFROSAI-E, erklärte:
„Wir fühlen uns zutiefst geehrt, diese Auszeichnung, die Kimi Makwetus Namen trägt, entgegenzunehmen. Sein Vermächtnis ist nach wie vor eine Inspiration für unsere Tätigkeiten zur Förderung von guter Regierungsführung und Rechenschaftspflicht auf dem gesamten Kontinent.“

Der Kimi-Makwetu-Preis wurde nach dem von 2013 bis 2020 amtierenden Vorsitzenden des INTOSAI-Komitees für den Ausbau von Sachkompetenzen und ehemaligen Leiter der ORKB Südafrika, Herrn Kimi Makwetu, benannt, der im November 2020 verstorben ist. ORKB-Leiter Makwetu hatte eine besondere Begeisterung für den Ausbau von Sachkompetenzen. Mit seinen Führungsqualitäten verhalf er seiner Belegschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Handlungsfähigkeit, stärkte Transparenz und gute Regierungsführung, setzte sich für einen ethischen Führungsstil sowie mehrwertschaffende Tätigkeiten ein und förderte eine Kultur der Integrität sowie Rechenschaftspflicht. Er prägte die INTOSAI-Gemeinschaft nachhaltig positiv.